Pilotprojekt „Famulatur Wittmund 2022“
erfolgreich beendet

Die Verschlechterung der zahnmedizinischen Versorgung zeigt sich in Niedersachsen insbesondere in den ländlichen Gebieten abseits der Ballungszentren.
Dazu gehört auch Ostfriesland im Nordwesten unseres Bundeslandes. Wenn die Kolleginnen und Kollegen, die sich vor oder über dem Pensionierungsalter befinden, keine Nachfolger finden oder keine jungen Kolleginnen und Kollegen neue Praxen gründen, ist eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung eklatant gefährdet. Das gilt insbesondere für die dortige Region, wo sich in den nächsten Jahren ca. 30 % der aktiven Kollegenschaft in den Ruhestand begeben könnte/wird.

Aus diesem Grund waren Kolleginnen und Kollegen auf Initiative des Vorsitzenden der Bezirksgruppe Ostfriesland Dr. Stephan Gebelein bereit, neue Wege zu gehen.

Pilotprojekt „Famulatur Wittmund 2022“ erfolgreich beendet

Die prekäre Situation bei der zahnmedizinischen Versorgung der Bürger war auch den kommunalen Politikern bekannt, sodass sie sehr schnell auf die Pläne der ortsansässigen Kolleginnen und Kollegen reagierten.
In wenigen konstruktiven Gesprächen wurde ein Konzept vereinbart, zu dem seitens der Kommunen 10.000 € Fördermittel bereitgestellt wurden.
Die als Modellprojekt entwickelte Aktion sah vor, dass Studierenden der Zahnmedizin die Möglichkeit geboten wird, im Landkreis Wittmund in einer zweiwöchigen Famulatur, die zahnmedizinische Versorgung an der Basis kennen zu lernen.

Durch die vom Landkreis und der Stadt Wittmund gewährte finanzielle Unterstützung konnte die Unterbringung, Verpflegung und der Transport für insgesamt acht angehende Zahnmediziner des letzten Studienjahres der MHH Hannover – 5 Kolleginnen und 3 Kollegen – ermöglicht werden.

Für jeden von ihnen wurden Praktikumsplätze in vier Wittmunder und zwei Praxen in Esens gefunden, in denen sie die tägliche Routine zahnmedizinischer Behandlungen an der Basis kennenlernen konnten.
Zusätzlich wurde ein Rahmenprogramm organisiert, um den Teilnehmern/-innen Land und Leute näher zu bringen. Dabei wurde Wert darauf gelegt, ihnen die Vorzüge des Lebens in einer Gegend näherzubringen, wo andere Urlaub machen.
Nach dem 14tägigen Aufenthalt konnte ein positives Resümee gezogen werden. Die Studierenden verließen Ostfriesland mit vielen positiven Eindrücken. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr wird angestrebt.
Vielleicht findet dieses Modellprojekt Nachahmer in anderen Regionen unseres Landes, wo sich ebenfalls Versorgungsengpässe für die zahnmedizinische Versorgung anbahnen.

Nur mit guten Ideen können wir die Zukunft bewältigen.
FVDZ – Für die Vision der Zukunft !

Dr. K.-H. Karstens
(Pressesprecher)